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Frauen in Aufsichtsräten: So sieht es in DAX-Unternehmen in Baden-Württemberg aus

Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Frauenquote (Mai 2015) haben Bundesfamilienministerin Katarina Barley und Bundesjustizminister Heiko Maas eine erste, positive Bilanz gezogen. Grund: Der Frauenteil in den betreffenden Aufsichtsräten sei von 25 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell 28,1 Prozent gestiegen – und damit sei die bis 2020 zu erfüllende Frauenquote in Aufsichtsräten schon so gut wie erfüllt. Das Problem: Bei diesen Zahlen handelt es sich lediglich um mittlere Werte. Wie aber sieht es in den einzelnen Unternehmen, speziell in Baden-Württemberg aus? Ein Zwischenstand.

Die auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) veröffentlichten Daten zum Frauenanteil in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen zeigen, dass aktuell nur 51 der 105 (also knapp 49 Prozent) gelisteten Unternehmen die 30-Prozent-Quote bereits erfüllen. Von 1.574 Aufsichtsratsmitgliedern in den betroffenen Unternehmen sind aktuell 28,1 Prozent Frauen. Das macht ein Plus von 6,3 Prozent - im Mittelwert. Jedoch lebt diese Zahl von jenen Unternehmen, welche bereits einen sehr hohen Anteil haben, was das Problem bei vielen anderen verdeckt. Der bundesweite Spitzenreiter schafft eine Frauenquote von 50 Prozent, das Schlusslicht kommt tatsächlich noch auf 0 Prozent. Beide Unternehmen kommen aus Baden-Württemberg: Die Bilfinger SE mit sechs Frauen bei zwölf Aufsichtsratsmitgliedern, die Porsche Automobil Holding SE mit 0 Frauen bei ebenfalls 12 Aufsichtsratsmitgliedern.

16 DAX-Unternehmen in Baden-Württemberg
Insgesamt sitzen 16 DAX-Unternehmen (DAX, MDAX, TexDAX) in Baden-Württemberg. Diese stellen zusammengefasst 233 Aufsichtsratspositionen. Aktuell sind 64 Mandate (27,5 Prozent) in Frauenhand - das entspricht einem Plus von 10,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. Neben Bilfinger erfüllen immerhin noch sieben weitere Unternehmen die Frauenquote und erreichen die erforderlichen 30-Prozent. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und die Wüstenrot & Württembergische AG sind mit 35 Prozent und 37,5 Prozent deutlich im Plus. Gute 33,33 Prozent schaffen die vier AFGs Bechtle, Dürr, ElringKlinger und MEDICLIN. Die MVV Energie AG legt mit genau 30 Prozent eine Punktlandung hin.

Relativ knapp verfehlt wird der geforderte Drittelanteil an Frauen im Aufsichtsrat mit 27,27 Prozent von der Heidelberger Druckmaschinen AG. Schon deutlicher darunter sind Daimler und HUGO BOSS mit je 25 Prozent und SAP mit 22,22 Prozent. Eindeutig verfehlt wurde die Quote von der Südzucker AG 20 Prozent und von der HeidelbergCement AG und der STO SE & Co.KGaA mit je 16,67 Prozent.

Somit erfüllt aktuell genau die Hälfte der baden-württembergischen DAX-Unternehmen die Frauenquote. Immerhin: Damit liegt Baden-Württemberg leicht über dem Bundesdurchschnitt - hier haben mit 51 von 105 DAX-Unternehmen nur 48,57 Prozent die Vorgaben der Frauenquote erreicht.

Spannend wird es im kommenden Jahr, da in 2018 Jahr besonders viele Mandate auslaufen. Insgesamt müssen fast doppelt so viele Aufsichtsräte gewählt werden wie in einem durchschnittlichen Jahr. Damit verstärkt sich der Konkurrenzdruck, geeignete Kandidaten zu gewinnen. Das Werben um besonders qualifizierte Kandidatinnen sollte also bereits in vollem Gange sein.


Quelle: BMJV / Russell Reynolds Associates / Spitzenfrauen-in-Gremien.de

Unterstützer
Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Baden-Württemberg unterstützt.

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